Volker Weiß
Beiträge
Streifzüge, Jahrgang 2017

Verschärfung als Enthemmung

April
2017

Zur Zeit erscheint ein Populismus-Buch nach dem anderen. Leider entspricht die Qualität nicht dem quantitativem Ausstoß. Exemplarisch dazu einige Bemerkungen zu dem aktuell gehypten Band „Die autoritäre Revolte“ von Volker Weiß. Gleich zu Beginn seiner Studie schreibt der Historiker: (…)

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Volker Weiß auf dem Blauen Sofa der Leipziger Buchmesse 2017

Volker Weiß (* 1972) ist ein deutscher Historiker und freier Publizist. Er forscht zu Geschichte und Gegenwart der extremen Rechten in Deutschland sowie zur deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

Weiß studierte Literaturwissenschaft, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte sowie Psychologie an der Universität Hamburg. 2009 promovierte Weiß als Historiker mit einer Monografie über den jungkonservativen Kulturtheoretiker Arthur Moeller van den Bruck.

Weiß war Lehrbeauftragter an Universitäten in Hamburg, Leipzig und München. Er war 2021 Gastprofessor am Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck.[1]

Er ist Autor verschiedener Medien (u. a. Süddeutsche Zeitung, Spiegel online, Die Zeit und Zeit Geschichte).[2] Für die Berliner Wochenzeitung Jungle World berichtet er seit zwei Jahrzehnten, vor allem über die extreme Rechte in Deutschland. Von 2014 bis 2023 schrieb er dort die Kolumne Notizen aus Neuschwabenland über die Neue Rechte.[3]

Sein 2017 erschienenes Buch Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes war 2017 für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch/Essayistik nominiert.[4]

Das Deutsche Demokratische Reich. Wie die extreme Rechte Geschichte und Demokratie zerstört, im Februar 2025 erschienen, landete sogleich auf Platz 1 der Sachbuch-Bestenliste von DLF Kultur, ZDF und Zeit.[5]

Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

Weiß war Promotionsstipendiat des Evangelischen Studienwerks Villigst und ist Mitglied im Villigster Forschungsforum zu Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus e. V.[6] Er ist Fellow am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin[7] und war Teil der Cooperation Group Normalizing the Far Right des ZiF Bielefeld.[8]

Deutschlands Neue Rechte (Verlag Ferdinand Schöningh 2011) über die Sarrazin-Debatte wurde von der Fachkritik positiv aufgenommen.[9][10][11][12]

Die politische Biographie über Arthur Moeller van den Bruck (Schöningh 2012) fand in der Geschichtswissenschaft Anerkennung.[13][14][15] Kurt Lenk hob in den Blättern für deutsche und internationale Politik hervor, Weiß sei in „herausragender Weise das gelungen, was sich als politische Psychologie bezeichnen ließe“ (BdiP 1. Juli 2014). Der britische Historiker Geoff Eley nannte die Arbeit „one of the most important and illuminating studies of the pre-Nazi German right to have been published in recent years“.[16] Unter anderem konnte Weiß darin anhand eines umfangreichen Archivfunds den Mythos einer Verfemung Moellers durch die Nationalsozialisten widerlegen und vielmehr eine positive Rezeption Moellers während des „Dritten Reichs“ nachweisen.

Mit der Publikation von Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes (Klett-Cotta Verlag) wurde Weiß 2017 einem breiteren Publikum bekannt und zählt seither zu den führenden Analytikern der extremen Rechten in Deutschland. Zu diesem Thema veröffentlicht er regelmäßig in Leitmedien und wirkt bei Rundfunksendungen und Dokumentationen mit.[17] 2019 kommentierte er für den Suhrkamp-Verlag die Erstveröffentlichung des Vortrages Aspekte des neuen Rechtsradikalismus von Theodor W. Adorno aus dem Jahr 1967.

Zum 80. Jahrestag des VE-Day (8. Mai 1945) veröffentlichte tagesschau.de ein Interview mit Weiß. Darin erklärte Weiß, wie die extreme Rechte versucht, die Geschichte umzudeuten.[18]

Schriften (Auswahl)

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Commons: Volker Weiß – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Lukas Christensen, Brigitte Haidler: Personen. In: uibk.ac.at. Abgerufen am 14. Mai 2021. 
  2. Volker Weiß. Villigster Forschungsforum, abgerufen am 15. Februar 2017. 
  3. Sezessionisten trennen sich. In: jungle.world. Abgerufen am 15. Februar 2017. 
  4. Nominierungen für den Preis der Leipziger Buchmesse 2017. In: preis-der-leipziger-buchmesse.de. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 21. März 2017; abgerufen am 16. Februar 2017. 
  5. Sachbuch-Bestenliste Februar 2025. In: Zeit Online. Januar 2025, abgerufen am 7. März 2025. 
  6. Volker Weiß: Moderne Antimoderne. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2012, S. 15. 
  7. Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin (Hrsg.): Tätigkeitsbericht 2017-18. Berlin 2019, S. 128. 
  8. Normalizing the Far Right. Universität Bielefeld, abgerufen am 30. Mai 2024 (amerikanisches Englisch). 
  9. David Hamann: Rezension von Deutschlands Neue Rechte. In: ZfG. 59 Jhrg., Heft 12, S. 1069. 
  10. Georg Koch: Rezension von Deutschlands Neue Rechte. In: Widerspruch. Münchner Zeitschrift für Philosophie. Nr. 53, 2011, S. 116–120, hier S. 117. 
  11. Johannes Zuber: Rezension zu: V. Weiß: Deutschlands Neue Rechte. In: H-Soz-Kult. Abgerufen am 24. Februar 2017. 
  12. Stefan Kubon: Rezension von Deutschlands Neue Rechte. In: Zeitschrift für Politik. Band 58, Nr. 4, 2011, S. 476–478, hier S. 478. 
  13. POLAK – Moderne Antimoderne. In: archive.is. 1. Mai 2014 (modernpolitics.at (Memento vom 1. Mai 2014 im Webarchiv archive.today) [abgerufen am 15. Februar 2017]). 
  14. Armin Pfahl-Traughber: Weiß, Volker. Moderne Antimoderne. Arthur Moeller van den Bruck und der Wandel des Konservatismus. In: Politische Vierteljahresschrift. Band 54, Nr. 4, 2013, ISSN 0032-3470, S. 749–751, doi:10.5771/0032-3470-2013-4-749. 
  15. [Part Three Introduction]. In: Zig-Zag-and-Swirl. University of Iowa Press, S. 111–113. 
  16. Central European History, 1. Mai 2015, Jahrgang 48.
  17. Dokumentation und Reportage: Die alte Neue Rechte. In: ARD Mediathek. Abgerufen am 15. Juli 2023. 
  18. Interview. Tagesschau (ARD).