Geboren am: 5. September 1896
Gestorben am: 23. Dezember 1966
Dr. phil., Altmeister des österreichischen Romans.
Sie wollen mehr Texte online lesen?
Das ist machbar! Mit der fördernden Mitgliedschaft
Kitsch und Kunst
Sie wollen mehr Texte online lesen?
Das ist machbar! Mit der fördernden Mitgliedschaft
Grundlagen und Funktion des Romans
Sie wollen mehr Texte online lesen?
Das ist machbar! Mit der fördernden Mitgliedschaft
Die gläserne Kathedrale
Über die lyrische Kunst Heinz Politzers, anläßlich des Erscheinens seines Gedichtbandes im Bergland-Verlag, Wien.
Sie wollen mehr Texte online lesen?
Das ist machbar! Mit der fördernden Mitgliedschaft
Der Fremdling Schriftsteller
Sie wollen mehr Texte online lesen?
Das ist machbar! Mit der fördernden Mitgliedschaft
Die Anti-Bestseller 1960
Schlechte Bücher, die gut gehen, sind an der Tagesordnung, und das ist traurig. Es gibt auch schlechte Bücher, die schlecht gehen, und das ist erfreulich. Es gibt auch gute Bücher, die gut gehen, und das ist selten. Mit keinem dieser drei Phänomene wollen wir uns im folgenden beschäftigen. (…)
Sie wollen mehr Texte online lesen?
Das ist machbar! Mit der fördernden Mitgliedschaft
In Sachen Paul Celan
Sie wollen mehr Texte online lesen?
Das ist machbar! Mit der fördernden Mitgliedschaft
Gedenkblatt für Hanns von Winter
Sie wollen mehr Texte online lesen?
Das ist machbar! Mit der fördernden Mitgliedschaft
Im Herbst dieses Jahres wird, verlegt vom Münchner Biederstein-Verlag, Heimito von Doderers Roman „Die Merowinger oder Die totale Familie“ erscheinen. Inzwischen hat der Dichter schon einen weiteren Roman, seinen siebenten, fertiggestellt. Aus diesem „Roman Nr. 7“ stammt das nachfolgende, leicht (…)
Eine gewichtige Übersiedlung
Als ich erfuhr, daß Ernst Alkers „Geschichte der Deutschen Literatur von Goethes Tod bis zur Gegenwart“ vom Verlage Cotta zu Kröner übersiedelt sei, streifte mich die Vorstellung, daß man dieses mächtige Werk auf einem schweren Tiefladewagen mittels Traktor vom einen Verlagshaus zum anderen (…)
Es gibt, nach dem Ende der im engeren Sinne Josephinischen Zeit, zwei Jahre österreichischer Geschichte, bei deren Betrachtung man den Atem anhalten möchte, als könnte noch immer alles werden und sich wenden; paradox genug, da man ja wohl weiß, wie’s dann gekommen ist. Und wie alles stecken (…)
Die Schule des Lesers
Sie wollen mehr Texte online lesen?
Das ist machbar! Mit der fördernden Mitgliedschaft
100 Worte Sozialismus
Vor fünfzig oder gar hundert Jahren konnte man, tatsächlich oder vermeintlich, mit zehn Worten sagen, was Sozialismus sei. Reichen heute hiefür auch nur hundert Worte aus? Dies herauszufinden, schien uns eines größer angelegten Versuches wert. Von den vierzig Autoren, die auf unsere Frage (…)
In Sachen Literatur führt nichts so schnell zur vollständigen Barbarei wie die Ignoranz der Deuter. Günther Busch (in: „Der rote Sündenbock Anmerkungen zu Georg von Lukács“) Literaturkritik überall, sogar im unkritischen Österreich! — Vor so viel Praxis rühren sich ein paar Grundfragen, sie (…)
Doctor Doderers Wuthäuslein
Ganz in der Nähe von Doderers Wohnung im IX. Wiener Gemeindebezirk ist an einem Gittertore auf schwerer Emaille-Platte in schwarzen und roten Lettern folgende Inschrift zu lesen: Bundesstaatliche Schutzimpfungsanstalt gegen WUT Da laut Doderer die Kulissen immer genau zum Leben (…)
Vom mönchischen Stand des Kritikers
Es ist nicht sehr lange her, daß Heimito von Doderer behauptete, der Kritiker — und nicht etwa der Schriftsteller — sei der Mittelpunkt des literarischen Kosmos, weil jener das faszinierende Geheimnis des Maßes besitze; aber erst beide Eigenschaften zusammen, die analytische des Kritikers und (…)
Es gehört zum paradox Faszinierenden aller Kunstübung, daß sie dem Flüchtigen Dauer verleiht und daß gerade der Moment des Sterbens oder Hinwelkens kraft künstlerischer Darstellung Ewigkeitswert gewinnt. So kommt es, daß man mit eben jenem Kakanien, mit dem man auf die Dauer in der Welt keinen (…)
Es ist unwürdig, sich den Tatsachen zu verschließen. Es ist allerdings noch unwürdiger, von vornherein mit ihnen intim zu sein. Aber sich selbst in ihnen zuerkennen, das allein begründet eine Freundschaft mit der Welt. Heimito von Doderer Nachdem „Die Dämonen“ sich 1936 als vorläufig (…)
Am 23. Dezember 1966 starb Heimito von Doderer nach zwei kurz aufeinander folgenden Operationen in einem Wiener Spital. Im Namen aller unserer Mitarbeiter, und im eigenen Namen nehmen wir Abschied von dem Menschen Heimito von Doderer, der als Schriftsteller in unserer Zeitschrift weiterleben (…)
Vor knapp vier Monaten, als wir Doderers siebzigsten Geburtstag feierten, schrieb ich über den verehrten Meister und geliebten Freund; und erzählte — recht plump, denn ich genierte mich, ihm das gewissermaßen ins Gesicht zu sagen — eine kleine, aber mein ganzes Leben bestimmende Begebenheit aus (…)
Ich hatte mir insgeheim schon lange gewünscht, Heimito von Doderer einmal aus der Nähe zu sehen, als aber sein Sekretär und Mitarbeiter, mein Freund W. F., mich wissen ließ, der große Mann wünsche mich in Augenschein zu nehmen, waren meine Gefühle doch etwas zwiespältig. Anlaß für den (…)
Heimito von Doderer ist vor der Vollendung seines großangelegten Projekts „Roman No. 7“ gestorben. Seine Devise, der Romanschriftsteller habe zugunsten der Objektivität und Totalität seiner Figurenwelt „sich selbst unvollendet stehn zu lassen“, erhält damit eine schmerzliche Parallele. Was das (…)
Er war das, was man einen Herrn nennt, aber er war es nicht bloß deshalb, weil er einen Titel führte und das Protokoll beherrschte, sondern weil er unter den vielen Herren dieses Landes, betitelten und unbetitelten, protokollären und unprotokollären, zu den wenigen gehört hat, die sich auch (…)
Ich habe Heimito von Doderer im Mai 1919 auf der Durchreise von Omsk nach Wladiwostok in einem in der Nähe dieser Stadt gelegenen Kriegsgefangenenlager kennen gelernt. Wir alle standen damals unter dem Eindruck des Zusammenbruchs, des Untergangs der österreichischungarischen Monarchie, „unseres“ (…)
Auf das Brett, auf den Deckel des Sarges, in dem dein Körper liegt, habe ich Erde gestreut, Erde aus einer runden Blechschüssel. (Gerade war die zweite Schüssel leer geworden, nachdem Erzsi vor mir ein paar eisige kleine Klumpen mit der Kinderschaufel hinausgekratzt hatte, mit einer (…)
Am selben Ort und vielleicht sogar in demselben Zimmer und demselben Bett habe ich Boeckl und Doderer liegen gesehen. Nichts von Erhabenheit, nichts von Friede und Ruhe. Gemartert, abgekämpft, das waren sie. Als ich das Tuch von Boeckl hebe, sehe ich den Stumpf. Also auch noch verstümmelt. Sein (…)
Vor nun schon mehr als einem Jahr beklagte sich Heimito von Doderer im Kreise unserer Mitherausgeber temperamentvoll und dezidiert über den katastrophalen Mangel einer Literaturkritik mit diskutablem Niveau. Als Antwort darauf baten wir ihn, seine Ansichten zum Thema „Literaturkritik“ für uns (…)
Wenn ich Elie Faures wichtiges Werk „Equivalences“ richtig verstanden habe, ist der Autor gerührt angesichts der Verwandtschaft zwischen der ästhetischen Wirkung des Deckengemäldes der Sixtinischen Kapelle und derjenigen einer Maske von der Elfenbeinküste und glaubt, die Kunst sei universell (…)
Heimito von Doderers vollendet ironischer Aufsatz über „das Mark der Kritik“ reizt zum Widerspruch, und die Lust daran wird lediglich durch die Einsicht gedämpft, daß er zu fest in beiden „Hemi-Sphären“ der Sprache, der „gestaltenden, darstellungsweisen“ und der „gedanklichen, zerlegungsweisen“ (…)
Von den Gründen, warum Heimito von Doderer seinen Aufsatz, zu dem zu äußern man mich einlud, mit dem Titel „Das Mark der Kritik“ versieht, erscheint mir nur der als zureichend, daß sein Geschmack Gefallen am Wort „Mark“ findet, welches den Ausführungen von vornherein gesunden Tiefsinn (…)
Si calceus convenit, indue. I Gibt es ihn denn eigentlich, den Literaturkritiker, geschweige denn -wissenschaftler? Was es bestimmt gibt, allerdings viel seltener als in der Ökonomie der Literatur vorgesehen, ist der gute Leser. Der immer besser lesende Leser. Der über weite Strecken der (…)
Seine Beisetzung, die einem Staatsbegräbnis glich, war bereits Teil einer entstehenden Legende, war fürstlich, formvoll und fromm. Nie, sagte man, sei einem österreichischen Dichter von den Zeitgenossen so viel Ehre erwiesen worden; an Doderer habe man wieder gutgemacht, was an den vielen (…)


